Achtung Wildwechsel

Was bei einem Wildunfall zu beachten ist

 

Auf der Landstraße huscht ein dunkler Schatten aus dem Gebüsch auf die Straße. Vor allem in der Morgendämmerung und in den Abendstunden ist wieder vermehrt mit Wildwechsel zu rechnen. Wie verhalten Sie sich richtig, wenn es zum Unfall kommt? Und wer ist über den Wildschaden zu informieren?

Wie lassen sich Wildunfälle vermeiden?

Insbesondere an Waldrändern und in der Nähe von Feldern ist in der Dämmerung am frühen Morgen oder in den Abendstunden vermehrt mit Wildwechsel zu rechnen. Vorausschauendes Fahren kann dazu beitragen Wildunfälle zu vermeiden oder zumindest die Schäden für Mensch, Tier und Fahrzeug einzugrenzen.

Sollten Sie am Straßenrand ein Tier bemerken, hilft es die Geschwindigkeit zu reduzieren. Läuft es auf die Fahrbahn, wird es oft vom Fernlicht geblendet und bleibt regungslos auf der Fahrbahn stehen, daher kann das Umschalten auf Abblendlicht und Hupen helfen, um das Tier von der Straße zu verscheuchen. Beachten Sie, dass die Tiere meistens nicht alleine unterwegs sind und daher weitere Tiere folgen könnten. Dies ist insbesondere bei Rotwild der Fall.

Ausweichen oder draufhalten?

Läuft ein Tier überraschend auf die Fahrbahn, weichen viele Fahrer reflexartig aus. Häufig gefährden sie dadurch jedoch sich selbst oder andere Verkehrsteilnehmer, indem es zu Kollisionen mit Bäumen oder dem Gegenverkehr kommen kann. Insbesondere bei Schäden, die durch Ausweichmanöver entstehen, kann die Schadensregulierung durch die Kaskoversicherung problematisch sein (siehe unser Beitrag Wenn Wildtiere die Fahrbahn kreuzen). Daher gilt in der Regel der Grundsatz aus der Fahrschule: Lenkrad festhalten und abbremsen.

Was ist nach dem Unfall zu beachten?

Ließ sich der Wildunfall trotz aller gebotenen Vorsicht nicht vermeiden, ist zunächst die Unfallstelle abzusichern. Am besten wird dabei auch die Warnblinkanlage eingeschaltet und auch die Warnweste angezogen. Wenn das tote Tier auf der Straße liegt, sollte es zur Vermeidung weiterer Unfälle an den Straßenrand gezogen werden.

Informieren Sie in jedem Fall die Polizei über den Wildunfall, da diese - je nach Landesrecht - auch den Jagdaufseher, Wildhüter oder Jagdpächter informiert, der die Wildschadenbescheinigung ausstellen kann. Diese wird in der Regel von der Versicherung zur Schadensregulierung angefordert.

Was sollte in jedem Fall unterlassen werden?

In keinem Fall sollte sich der Fahrer von der Unfallstelle entfernen, ohne die Polizei oder den Jagdberechtigten informiert zu haben. Nicht nur die Regulierung des Schadens durch den Versicherer wird gefährdet.

Insbesondere wenn das Tier durch den Unfall verletzt, aber nicht sofort getötet wurde, werden ihm länger anhaltende Schmerzen oder Leiden zugefügt. Der damit begangene Verstoß gegen § 17 Nr. 2 b Tierschutzgesetz (TSchuG) sieht dafür eine Haftstrafe bis zu drei Jahre oder eine Geldstrafe vor.

Auch sollte davon abgesehen werden das tote Tier mitzunehmen. Lediglich der Jagdberechtigte hat ein Aneignungsrecht. Wer die Finger nicht davon lassen kann, begeht Jagdwilderei nach $ 292 Absatz 1 Strafgesetzbuch (StGB), für die ebenfalls bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe drohen.

Kanzlei Voigt Praxistipp

Fahren Sie vor allem an Wald- und Feldrändern vorsichtig und vorausschauend. Sollte es dennoch zu einem Wildunfall kommen, atmen Sie tief durch, informieren Sie die Polizei und sichern Sie die Unfallstelle wie bei jedem anderen Unfall.

Für die Schadensregulierung ist es ratsam die Beweise zu sichern. Oft hilft ein Handy oder Smartphone mit Kamerafunktion. Bitten Sie den Jagdberechtigten um Ausstellung einer Wildschadenbescheinigung oder die Polizei um eine Kopie der Unfallmeldung.

Sollte es dennoch zu Problemen oder Schwierigkeiten kommen, stehen Ihnen die erfahrenen Rechtsanwälte der ETL Kanzlei Voigt gerne beratend zur Seite.

(Veröffentlichungsdatum: 31.10.2019)

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Rechtsanwältin
Kanzlei Voigt, Dortmund

 

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