Nebel, Dunkelheit und Co.

Die Wahl der richtigen PKW-Beleuchtung ist keine Stilfrage!

 

Die Herbstzeit hat begonnen und die Tage werden kürzer. Bereits jetzt muss jeder Fahrer sich auf vorherrschende Dunkelheit einstellen, wenn er am frühen Morgen oder zur späteren Abendstunde Auto fährt. Auch mit häufigerer Nebelbildung muss im Herbst gerechnet werden. Welche Fahrzeugbeleuchtung die StVO in welcher Situation vorschreibt und womit Sie bei Zuwiderhandlungen rechnen müssen, erklären  wir Ihnen in diesem Artikel.

Wann muss die Fahrzeugbeleuchtung eingeschaltet sein?

§ 17 Abs. 1 StVO schreibt dazu vor: Während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern, sind die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen zu benutzen. Die Beleuchtungseinrichtungen dürfen nicht verdeckt oder verschmutzt sein.

Daher ist die Fahrzeugbeleuchtung eindeutig immer bei Dämmerung und bei Dunkelheit zu benutzen. Was aber ist konkret mit wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern gemeint? Dies lässt sich nicht so eindeutig beantworten. Gemeint sind Situationen, in denen aus anderen Gründen die freie Sicht des Fahrers auf das Verkehrsgeschehen eingeschränkt und das Fahrzeug für andere Verkehrsteilnehmer ohne Beleuchtung nicht rechtzeitig erkennbar ist. Diese Voraussetzungen liegen zumindest bei starkem  Regen, Schneefall und vor allem bei Nebel vor. Entscheidend ist immer der jeweilige Einzelfall. Im Zweifel gilt: Benutzen Sie die Fahrzeugbeleuchtung lieber zu früh als zu spät! Dies gilt umso mehr, da auch tagsüber immer mit Abblendlicht gefahren werden darf und die neuesten Beleuchtungssysteme- insbesondere mit LED -Technik - kaum noch Strom verbrauchen.

Fahrt bei Dämmerung und Dunkelheit

Die StVO schreibt für die Dämmerung und bei Dunkelheit die Benutzung des Abblendlichts vor. Nur mit eingeschaltetem Standlicht zu fahren ist unzulässig. Vornehmlich außerorts kann es bei Dunkelheit durchaus sinnvoll sein, ergänzend das Fernlicht zu benutzen. Bei der Verwendung des Fernlichts ist darauf zu achten, dass rechtzeitig abzublenden ist, wenn ein Fahrzeug entgegenkommt oder mit geringem Abstand voraus fährt. Gleiches gilt, wenn andere Verkehrsteilnehmer auf oder neben der Straße geblendet werden.

Die Verwendung des intensiven Fernlichts ist für andere Verkehrsteilnehmer deshalb so gefährlich, weil sich die Pupillen in der Dunkelheit bei intensivem Lichteinfall sehr stark zusammenziehen und sich danach nur langsam wieder weiten. In der Zwischenzeit ist die Sehfähigkeit im schlimmsten Fall kurzfristig ausgeschlossen, sie ist aber zumindest immer erheblich vermindert, wodurch das Unfallrisiko schlagartig erheblich ansteigt. Dementsprechend sollte der Einsatz des Fernlichts immer wohldosiert erfolgen. Gar nicht benutzt werden darf es hingegen, wenn Straßen mit durchgehender Beleuchtung befahren werden. Auch wer mit seinem Fahrzeug an einem Bahnübergang wartet, sollte das Fernlicht ausschalten, damit keine anderen Verkehrsteilnehmer geblendet werden.

Was gilt bei Nebel, Schneefall oder Regen?

Sobald die freie Sicht durch Nebel, Schneefall oder Regen erheblich behindert wird muss auch am Tag das Abblendlicht eingeschaltet sein. Bei allen vorgenannten Wetterlagen dürfen Nebelscheinwerfer benutzt werden. Besonders sinnvoll ist der Einsatz bei dichtem Nebel und im dichten Schneetreiben. Hingegen ist von der Benutzung des Fernlichts dringend abzuraten, da dieses reflektiert wird. Durch die Reflexion wird der Fahrer geblendet, wodurch sich die Sicht sogar noch weiter verschlechtert. Im Gegensatz zu den Nebelscheinwerfern darf die rückwärtige Nebelschlussleuchte ausschließlich nur bei Nebel verwendet werden und auch nur dann, wenn die Sichtweite durch den Nebel weniger als 50 m beträgt. Häufig vergessen Fahrer, die Nebelschlussleuchte hinter der Nebelbank wieder  auszuschalten und blenden damit die dahinter Fahrenden.

Halten oder Parken mit dem PKW bei Dunkelheit

Wer sein Auto innerorts  anhält oder parkt und dabei zumindest teilweise in die Fahrbahn hineinragt, muss im Bereich einer unbeleuchteten Fahrbahn entweder das Standlicht oder -soweit vorhanden- die Parkleuchte auf der Fahrbahnseite  einschalten. Wenn die Fahrbahn beleuchtet ist, stellt die ausreichende Erkennbarkeit des Fahrzeugs das maßgebliche Kriterium dar. Es muss dann im jeweiligen Einzelfall entschieden werden, ob das Einschalten der Fahrzeugbeleuchtung notwendig ist oder nicht. Im Zweifel sollte auch hier das Standlicht oder die zur Fahrbahn zeigende Parkleuchte aktiviert werden. Bei der Anhängern oder bei Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t muss hingegen immer das Standlicht eingeschaltet oder eine spezielle Parkwarntafel verwendet werden.

Außerorts  ist beim Halten oder Parken auf der Fahrbahn immer das Standlicht einzuschalten.

Verwendung der Warnblinkanlage

Gerne benutzen Autofahrer für ihr  in zweiter Reihe angehaltenes oder geparktes Auto die Warnblinkanlage. Dabei wird übersehen, dass weder das Anhalten oder Parken in zweiter Reihe noch die Benutzung der Warnblinkanlage entsprechend erlaubt sind. Anhalten oder Parken dürfen in dieser Situation nur Taxis, wenn die Verkehrslage es zulässt. Auch diese dürfen dann aber die Warnblinkanlage nicht benutzen. Wer also in zweiter Reihe anhält oder parkt sollte es in jedem Fall unterlassen, die Warnblinkanlage einzuschalten, damit er sich zumindest das dafür immer fällige Bußgeld in Höhe von 5,- Euro erspart.

Es ist nur in wenigen Ausnahmefällten zulässig, die Warnblinker zu benutzen. So z.B. wenn ein Auto an einer Stelle liegengeblieben ist, an der es als stehendes Hindernis nicht rechtzeitig erkennbar ist oder ein PKW durch einen anderen abgeschleppt wird. Beim Abschleppen muss an beiden PKWs die Warnblinkanlage eingeschaltet werden. Zusätzlich darf nur derjenige die Warnblinkanlage nach § 16 Abs. 2 OWiG einschalten, der Andere durch sein Fahrzeug gefährdet oder Andere vor Gefahren warnen will, zum Beispiel bei Annäherung an einen Stau oder bei besonders langsamer Fahrgeschwindigkeit auf Autobahnen und anderen schnell befahrenen Straßen. In allen anderen Fällen ist der Einsatz der Warnblinkanlage schlichtweg nicht erlaubt.

Was droht bei Missachtung der StVO?

Die wichtigsten Verstöße und Rechtsfolgen haben wir hier in Tabellenform zusammengefasst.

Kanzlei Voigt Praxistipp

Gerade im Herbst und Winter sollte jeder Autofahrer regelmäßig die Beleuchtung an seinem Auto auf vollständige Funktionalität überprüfen. Auch wer sein Fahrzeug merklich belädt, sollte danach den Stand der Frontscheinwerfer überprüfen und ggf. über die Leuchtweitenregulierung nachjustieren, um so einer möglichen Blendung des Gegenverkehrs entgegen zu wirken.

Wer trotz aller Sorgfalt einen Bußgeldbescheid erhält oder durch seinen Verstoß einen Unfall verursacht kann sich unverbindlich bei den Rechtsanwälten der ETL Kanzlei Voigt über die Erfolgsaussichten erkundigen. Wir kämpfen an Ihrer Seite, damit Sie zu Ihrem guten Recht kommen. Sprechen Sie uns an!

 

 

(Veröffentlichungsdatum: 05.10.2018)

Autor(en)


Rechtsanwalt
Kanzlei Voigt, Dortmund

 

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