Weshalb man sich rollenden Autos nicht in den Weg stellen sollte!

Zum Urteil des OLG Köln vom 05.07.2019, Az. 6 U 234/18

 

Was war passiert?

Das Oberlandesgericht Köln hatte am 05.07.2019 über einen Sachverhalt zu befinden, bei dem ein Mann versucht hatte, den rollenden PKW seiner Lebensgefährtin aufzuhalten. Dies gelang ihm jedoch nicht. Vielmehr kam er aufgrund des Fahrzeuggewichts zu Fall und wurde von dem PKW überrollt, mitgeschleift uns so schwer verletzt, dass er reanimiert werden musste.

Der Geschädigte machte gegenüber dem Haftpflichtversicherer des Fahrzeugs Schmerzensgeld und Schadensersatz geltend. Ferner verlangte er die Feststellung, dass eine Haftung für sämtliche zukünftigen materiellen und immateriellen Schäden bestehe. Nachdem der Versicherer dies abgelehnt hatte, kam es zum Rechtsstreit.

Wie haben die Gerichte geurteilt?

Das Landgericht Köln stellte eine Haftung der Beklagten in Höhe von 30 % fest und wies die Klage im Übrigen abgewiesen. Gegen diese Entscheidung legten sowohl der Kläger als auch die Beklagte Berufung ein. Das OLG Köln hat die Berufungen beider Parteien mit Urteil vom 05.07.2019 zurückgewiesen und das erstinstanzliche Urteil bestätigt.

Wie haben die Gerichte Ihre Entscheidung begründet?

Das Gericht hat zunächst festgestellt, "die Lebensgefährtin habe die Verletzungen des Klägers zurechenbar dadurch verursacht, dass sie den PKW abgestellt, aber nicht hinreichend gegen ein Wegrollen gesichert habe.

Der Kläger müsse sich jedoch ein Mitverschulden entgegenhalten lassen, welches zu Recht mit 70 % bewertet worden sei. Aufgrund der Masse des PKWs, der Tatsache, dass sich dieser selbständig in Bewegung gesetzt hatte, und der Kenntnis des größer werdenden Gefälles habe sich für den Kläger aufdrängen müssen, dass ein Aufhalten des PKW durch ein Dagegenstemmen von hinten ausgeschlossen war. Bei der Abwägung hat der Senat aber auch berücksichtigt, dass der Kläger sich spontan und ohne weiteres Nachdenken zum Eingreifen entschied und eine objektiv falsche Reaktion auf ein Unfallgeschehen aus verständlicher Bestürzung das Mitverschulden reduzieren oder ausschließen kann. Wegen der von ihm zu treffenden Augenblicksentscheidung war der Anspruch des Klägers hier nicht vollständig ausgeschlossen."

Wie hat das Gericht das Urteil begründet?

Das Gericht hat den Anspruch auf § 823 Abs. 1 BGB gestützt. Eine Haftung aus §§ 7, 18 StVG schied gem. § 8 Nr. 2 StVG aus, da das Gericht zu dem Schluss kam, dass der Geschädigte dem Betrieb des Kraftfahrzeugs tätig war. Schließlich habe er sich den Triebkräften des PKW bewusst ausgesetzt, indem er sich hinter das rollende Fahrzeug stellte, um es aufzuhalten.

Setzen Sie Ihr Leben nicht auf´s Spiel!

Wenn ein Auto rollt, lassen Sie es rollen. Keinesfalls sollten Sie sich vor oder hinter das Auto stellen, um es abzufangen. Wenn Sie erahnen können oder feststellen müssen, dass das Fahrzeug stärker ist als Sie, bringen sie sich in Sicherheit. Dies gilt übrigens nicht nur für PKW, sondern auch für Anhänger und Wohnwagen! Im Zweifelsfall ist das Fahrzeug ja sogar vollkaskoversichert. Bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche unterstützen wir Sie!

(Veröffentlichungsdatum: 12.07.2019)

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