Worauf ist bei der Beladung von Anhängern und Wohnwagen zu achten?

 

 

Bei Anhängern und Wohnwagen spielt die Ladungs-, d.h. die Lastverteilung, eine ganz besondere Rolle. Abgesehen davon, dass das zulässige Gesamtgewicht und die Achslasten nicht überschritten werden dürfen, ist bei der Beladung insbesondere darauf zu achten, dass sie nicht zu einer Beeinträchtigung der Stützlast führt (§ 44 StVZO).

Welche Folgen drohen bei Über- oder Unterschreitung der Stützlast?

Die Überschreitung der Stützlast führt nicht nur zu einer Überlastung der Hinterachse des ziehenden Fahrzeugs. Weitere Risiken bestehen darin, dass Anhängerkupplung und / oder die Deichsel des Anhängers brechen können oder gesteckte Anhängerkupplungen aus ihrer Führung herausrutschen.

Mindestens ebenso problematisch ist aber die Entlastung und die damit verbundene Verminderung des Anpressdrucks der Vorderräder des Zugfahrzeugs. Abgesehen davon, dass die Brems- und Lenkfähigkeit bereits im Normalfall beeinträchtigt werden, kann dies im Extremfall dazu führen, dass das Gespann nicht oder nicht mehr rechtzeitig zum Stehen kommt oder in einer Kurve geradeaus fährt. Aber auch das Unterschreiten der Stützlast (negative Stützlast) kann zu erheblichen Problemen führen, indem die Hinterachse ent- und die Vorderachse belastet wird. Die Verminderung des Anpressdrucks der Hinterräder vermindert auch hier die Brems- und sofern es sich um die Antriebsachse handeln sollte, zudem auch die Kraftübertagung auf die Straße. Zudem kann die Vorderachse überlastet und damit die Lenkfähigkeit beeinträchtigt werden.

Die Ladung sollte im Wohnanhänger daher möglichst so gestaut werden, dass sich der Schwerpunkt über der Achse befindet. Schwere Gegenstände sollten dabei möglichst weit vorne verstaut und gesichert werden.

Was ist sonst noch zu beachten?

Neben der ordnungsgemäßen Stauung und Sicherung der Ladung, sollte sich das Gespann aber auch sonst in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden. Dies bedeutet, dass - vor Reisantritt - die Beleuchtung und die Bremsanlage zu überprüfen und ggf. instand zu setzen sind.

Die Bereifung des Anhängers sollte ebenfalls kontrolliert werden. Denn selbst wenn sie auf den ersten Blick einwandfrei erscheint und eine ausreichende Profiltiefe aufweist, kann dennoch ein Wechsel erforderlich sein. So dürfen die Reifen z.B. bei Anhängern mit einer 100 km/h- Zulassung nicht älter als sechs Jahre sein. Wenn ein Reifen dieses Alter überschreitet, erlischt die Genehmigung automatisch und das Gespann darf dann nur noch mit 80 km/h fahren. Bei gebremsten Anhängern muss zudem das Abreißseil intakt und ordnungsgemäß mit dem Zugfahrzeug zu verbinden sein.

Übrigens: Bei Fahrten mit einem Anhänger, muss die Stützlast bei der Beladung des Zugfahrzeugs berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass das Fahrzeug geringer beladen werden darf, als dies bei einer Fahrt ohne Anhänger der Fall wäre.

Wer die Stützlast über- oder unterschreitet, muss bei einer Kontrolle mit eine Bußgeld zwischen 25 und 60 Euro sowie ggf. mit einem Punkt im Fahreignunsgregister rechnen. Bei einem Unfall droht zudem der Einwand des Mitverschuldens von Seiten des gegnerischen Versicherers (vgl. AG Kempen, Urt. v. 03.07.2008, Az. 13 C 74/06).  Aus dem selben Grund sollte auch die zulässige Anhängelast eingehalten werden.

 

 

 

(Veröffentlichungsdatum: 19.08.2019)

Autor(en)


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Kanzlei Voigt, Dortmund

 


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