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18.04.2016

AG Offenbach verurteilt VHV zur Zahlung gekürzter Reparaturkosten und Sachverständigenkosten

Sachverhalt

Das AG Offenbach hat mit Urteil vom 04.02.2016, Az. 36 C 248/15, wieder einmal über die Kürzung von Reparaturkosten und Sachverständigenkosten zu Lasten des Unfallgeschädigten zu entscheiden. Nach einem unverschuldeten Unfall hatte der Kläger den ihm verursachten Schaden am PKW von einem freien Sachverständigen feststellen  und anschließend in einer Fachwerkstatt reparieren lassen.  Die VHV Versicherung kürzte daraufhin  das Honorar des Sachverständigen um Euro 45,57, die Reparaturkosten der Werkstatt um Euro 328,60 und die allgemeine Kostenpauschale um Euro 5,00.

Das AG Offenbach ist  diesen Kürzungen entgegengetreten. Entscheidend war, dass für den Kläger die Rechnung des Sachverständigen überhaupt nicht überprüfbar ist. Er konnte also nicht erkennen, ob hier eine  Überhöhung vorliegt.

Bezogen auf die gekürzte Reparaturrechnung führte es aus, dass das Werkstattrisiko eben die VHV als den verantwortlichen Schädiger trifft.  Soweit die VHV  die Auffassung vertreten hatte, die Rechnung sei zu hoch, so könnte sie sich an die Werkstatt direkt wenden. Hierfür müssen sie sich lediglich die Ansprüche des Klägers gegen die Werkstatt abtreten lassen. Genau das hatte die VHV jedoch nicht getan.

Im übrigen war das Gericht der Auffassung, dass eine Kostenpauschale in Höhe von Euro 30,00 im Zuge der allgemeinen Preissteigerung (zum Beispiel der Fahrtkosten, die Portokosten, Materialkosten etc.) angemessen sei.

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Wieder einmal musste ein Fall vor Gericht ausgetragen werden, indem die Haftpflichtversicherung des Unfallschädigers unberechtigte Kürzungen zulasten des Geschädigten vorgenommen hatte. Bereits ein Blick auf die Höhe der Abzüge lässt erkennen, was seitens des Schädigers im Schilde geführt wurde. Die Abzüge sind nämlich so gering, dass Versicherungen regelmäßig darauf spekulieren, nicht verklagt zu werden. In vielen Fällen buchen nämlich Werkstätten und Sachverständige die Differenzbeträge aus den Rechnungen aus, um keine unzufriedenen Kunden zu hinterlassen. Genau darauf spekulieren viele Versicherungen.  Während Sie sich gegen ein solches Regulierungsverhalten!  nur die anwaltliche Interessenvertretung stellt sicher, dass Sie nicht am Ende auf Kosten sitzen bleiben, obwohl Sie an dem Unfall überhaupt keine Schuld getragen haben.

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