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02.09.2019

Urteil des AG Kassel, vom 04.06.2019, Az. 435 C 1567/18

Gemäß § 249 BGB hat wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. Der Geschädigte kann wählen, ob er die beschädigte Sache repariert oder ob er fiktiv abrechnet, d.h. sich den zur Wiederherstellung erforderlichen Geldbetrag – abzüglich Umsatzsteuer – auszahlen lässt.

Dies gilt auch für die Kosten einer Beilackierung, wenn der unfallbedingte Zustand des Fahrzeuges erkennen lässt, dass eine solche bei einer Reparatur erforderlich geworden wäre.

Wann ist eine Beilackierung erforderlich?

Entscheidende Faktoren sind z.B. die Lackfarbe und -art, die Umgebungsbedingungen bei der Lackierung, das Lackierverfahren oder das verwendete Material. Ein nicht unerheblicher Umstand ist, dass – so das Sachverständigengutachten – Lackhersteller trotz Angabe des gleichen Farbcodes geringfügige Unterschiede zwischen den jeweiligen Chargen des Lackes produzieren. Dies kann dazu führen, dass auch bei fachgerechter Lackierung ein Farbtonangleich vorzunehmen ist, um eine Nachlackierung nicht erkennbar werden zu lassen.

Fazit

Versicherer haben den im Sachverständigengutachten ausgewiesenen Betrag vollumfänglich zu erstatten. Abzüge sind weder bei den Lackierungskosten an sich noch bei den Kosten für das zu verwendende Lackmaterial zulässig.

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Kategorie
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Tags
Unfallschadenregulierung
Autor(en)


Dr. Wolf-Henning Hammer
Rechtsanwalt

Mail: zentrale@kanzlei-voigt.de


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