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Unfallschadenregulierung

Neupreisentschädigung

Wird ein Neuwagen durch einen Unfall erheblich beschädigt, dann hat der Geschädigte Anspruch auf die Neupreisentschädigung. Dazu darf das Fahrzeug aber weder älter als einen Monat, noch mehr als 1.000 km gefahren sein. Ein erheblicher Schaden liegt vor, wenn die Karosserie oder das Fahrwerk des Pkw so stark beschädigt sind, dass sie in wesentlichen Teilen wieder aufgebaut werden müssen und nicht bloß Montageteile auszutauschen sind.

Dem BGH zufolge (Urt. v. 09.06.2009, Az. VI ZR 110/08), „ist eine erhebliche Beschädigung zu verneinen, wenn der Unfall lediglich Fahrzeugteile betroffen hat, die im Rahmen einer fachgerecht durchgeführten Reparatur spurenlos ausgewechselt werden können, und die Funktionstüchtigkeit und die Sicherheitseigenschaften des Fahrzeugs, insbesondere die Karosseriesteifigkeit und das Deformationsverhalten nicht beeinträchtigt sind (wie beispielsweise bei der Beschädigung von Anbauteilen wie Türen, Scheiben, Stoßstangen, etc.).“  Hingegen ist eine erhebliche Beschädigung regelmäßig dann anzunehmen, wenn die fachgerechte Instandsetzung tragender oder sicherheitsrelevanter Teile, insbesondere das Fahrzeugchassis, nicht völlig unerhebliche Richt- oder Schweißarbeiten am Fahrzeug erfordert.

Zudem muss der Geschädigte sein Interesse am Eigentum und an der Nutzung eines Neufahrzeugs durch den Kauf eines Neufahrzeugs nachgewiesen haben (vgl. BGH, Urt. v. 29.09.2020, Az. VI ZR 271/19). Eine fiktive Neupreisentschädigung ist nicht möglich.

Neupreisentschädigung in der Kaskoversicherung

In der Kaskoversicherung  kommt den Bedingungen des Versicherungsvertrages eine entscheidende Bedeutung zu. So hat z.B. das  LG Offenburg entschieden (Urt. v. 30.10.2020, Az. 2 O 131/20, m.w.N.), dass wenn die Bedingungen einen Anspruch auf Zahlung der Neupreisentschädigung nur für Lkw über 3,5 t zulässige Gesamtmasse sowie Pkw unter den dort genannten weiteren Voraussetzungen vorsehen, Kraftfahrzeuge zur Güterbeförderung bis zu 3,5 t mit der Aufbauart Van  nicht unter die Neupreisentschädigungsklausel fallen.

Da die Klausel wirksam in den Versicherungsvertrag einbezogen sein und einer Inhaltkontrolle stand halten muss, ist – abhängig vom Einzelfall – auch ein anderes Ergebnis möglich.

 

(Letzte Aktualisierung: 08.09.2021)

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