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Unfallschadenregulierung

Wertminderung

Grundsätzlich wird zwischen „merkantilem“ und „technischem“ Minderwert unterschieden.  In beiden Fällen haftet dem Fahrzeug trotz Reparatur noch immer ein Makel an, der sich in einem geringeren Verkaufspreis niederschlägt.

  • Technische Minderwerte sind dadurch entstanden, dass trotz allen Regeln der Technik ein Fahrzeug technisch nicht zu 100% repariert werden konnte. Sie kommen heutzutage kaum noch vor.
  • Ein – heute noch sehr gebräuchlicher – merkantiler Minderwert entsteht insbesondere bei jüngeren Fahrzeugen dadurch, dass der potentielle Käufer infolge eines unbehaglichen Bauchgefühls einen etwas geringeren Kaufpreis für ein Fahrzeug zu zahlen bereit ist, welches schon einmal einen Unfallschaden erlitten hat. Unabhängig davon, ob das Fahrzeug jemals verkauft wird oder ob sich ein solcher Minderwert jemals realisiert, ist der merkantile Minderwert bereits unmittelbar nach dem Unfall vom Sachverständigen anhand einer Marktanalyse zu bestimmen und vom Schädiger an den Geschädigten auszugleichen.
    Achtung: Bei Leasingfahrzeugen kann der Leasinggeber die Wertminderung für sich beanspruchen.

Bei älteren Fahrzeugen lehnen die Versicherungen diese Schadensposition oftmals ab und behaupten, dass ab einem Fahrzeugalter von mehr als fünf Jahren und/oder einer Laufleistung von über 100.000 km keine Wertminderung mehr gegeben sei. Dies ist so nicht richtig. Zwar existieren Urteile, die auf ein Fahrzeugalter von fünf Jahren und eine Laufleistung von 100.000 km abstellen; in anderen Gerichtsentscheidungen wurde aber zum Beispiel eine Wertminderung bei einem sieben Jahre alten Fahrzeug mit einer Laufleistung von 191.000 km bejaht.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch ein Urteil des AG Schwäbisch Gmünd vom 25.03.2021 (Az. 5 C 626/20). Bei dem zugrundeliegenden Sachverhalt wurde ein 19-Jahre altes Oberklassefahrzeug an der Tür hinten links und der Seitenwand beschädigt. Der Versicherer des Schädigers lehnte – unter Verweis auf das Alter – den Ersatz eines Minderwerts pauschal ab. Umgekehrt kann auch bei sehr jungen Fahrzeugen ein merkantiler Minderwert vorliegen. Da es am Markt mit Fahrzeugen konkurriert, die aufgrund ihres Alters in der Regel keine Vorschäden aufweisen, ist gegenüber potentiellen Käufern ein deutlicher Preisnachlas erforderlich, damit diese anderenfalls ein unbeschädigtes Fahrzeug kaufen würden. (vgl. AG Köln, Urt. v. 14.05.2021. Az. 169 C 125/20)

Da das Fahrzeug aber, dem Gutachten des Sachverständigen zufolge, zum Unfalltag über eine unterdurchschnittliche Laufleistung und einen sehr guten Zustand ohne reparierte oder unreparierte Vorschäden aufwies, habe der Unfall zum Verlust der Originalität des Fahrzeugs und der Unfallfreiheit geführt. Angesichts dieser Umstände, hielten der Sachverständige und das Gericht eine merkantile Wertminderung (Malus Unfallwagen) i.H.v. 250,00 € und eine technische Wertminderung (Verlust der Originalität) i.H.v. 750,00 €, mithin insgesamt in Höhe von 1000,00 €, für angemessen.

 

(Letzte Aktualisierung: 03.09.2021)

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