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Unfallschadenregulierung

Reparaturablaufplan

Wird ein Fahrzeug nach einem Unfall repariert, kann es in dieser Zeit nicht genutzt werden. Dies stellt ebenfalls eine Schadensposition dar. Sie kann in Gestalt von Mietwagenkosten oder Nutzungsausfall geltend gemacht werden. Um die Dauer des Ausfalls nachzuweisen genügt häufig die Reparaturrechnung. Zunehmend fordern Versicherer jedoch als Nachweis den sogenannten Reparaturablaufplan an, aus dem die Fahrzeugannahme, die einzelnen Reparaturabschnitte und die Fahrzeugrückgabe mit den entsprechenden Daten hervorgehen. Besonders relevant ist der Reparaturablaufplan, wenn es zu Verzögerungen der Reparatur kommt, die beispielsweise auf Lieferengpässe bei den Ersatzteilen zurückgehen, und vom Geschädigten nicht zu verantworten sind.

Die Kosten des Reparaturablaufplans sind erstattungspflichtig

Versicherer behaupten immer wieder, die Kosten des Reparaturablaufplans seien nicht zu erstatten. Zur Begründung heißt es dann immer wieder, der Reparaturablaufplan gehöre zur Dokumentation der ordnungsgemäßen Reparaturdurchführung und sei in den Gemeinkosten der Werkstatt enthalten.  

Die Rechtsprechung tendiert überwiegend und eindeutig in Richtung der Ersatzpflicht. Begründet wird dies unter anderem damit, dass die Kosten für die Erstellung des Reparaturablaufplans als notwendige Rechtsverfolgungskosten einzustufen sind (AG Siegburg, Urt. v. 06.03.2019, Az.: 108 C 136/18). 

Fordert der gegnerische Haftpflichtversicherer einen Reparaturablaufplan an, ist er zur Begleichung der damit verbundenen Kosten als Schadensersatz verpflichtet (z.B. AG Dinslaken, Urt. v. 23.05.2018, Az.: 30 C 404/17; LG Görlitz, Urt. v. 13.05.2020, Az.: 1 O 75/19; AG Deggendorf, Urt. v. 27.06.2018, Az.: 3 C 259/17; AG Bremen, Urt. v. 25.09.2020, Az.: 9 C 0008/20). Schließlich kann er nicht davon ausgehen, dass die Erstellung des Reparaturablaufplans eine kostenlose Nebenleistung ist (AG Bonn, Urt. v. 20.02.2020, Az.: 114 C 477/19). Dafür spricht nicht zuletzt auch der Rechtsgedanke des § 670 BGB

Zudem werden die Kosten dem Geschädigten in aller Regel berechnet und die Erstellung erfordert einen zusätzlichen Aufwand, der über fünf Minuten hinausgeht (AG Schwandorf, Urt. v. 03.11.2016, Az.: 1 C 653/16). Als kostenfrei zu erfüllende Nebenpflicht ist die Erstellung daher nicht geschuldet (AG Leverkusen, Urt. v. 29.06.2017, Az.: 20 C 52/17). Als gesonderte Leistung kann die Werkstatt einen angemessenen Betrag berechnen (AG Gelsenkirchen, Urt. v. 02.02.2017, Az.: 201 C 453/16).

Was die Höhe der Vergütung betrifft, die eine Werkstatt für die Erstellung des Reparaturablaufplans berechnet, so ist im Verhältnis zwischen dem Geschädigtem und dem Schädiger (dessen Versicherer) irrelevant. Als Sie ist dem Werkstattrisiko zuzurechnen und geht zu Lasten des Versicherers (AG Tettnang, Urt. v. 23.11.2020, Az.: 8 C 126/20).

Siehe auch: Wenn das Autohaus selbst repariert, Unzulässige Kürzungen der Reparaturkosten

(Letzte Aktualisierung: 22.01.2021)

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